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Das Haus aus der Tudorzeit bietet einen interessanten Einblick in die damalige Bauweise und das Leben darin. Der National Trust betreibt das Museum und bietet in einem schönen Garten ein Teehaus an. Ein Besuch ist durchaus interessant, wenn man in der Gegend ist.
Paycocke's House – Ein Juwel der Tudor-Zeit
Paycocke's House ist ein prächtiges Kaufmannshaus aus der Tudor-Zeit in Coggeshall, Essex. Das Gebäude wurde um 1500 von Thomas Paycocke, einem wohlhabenden Tuchhändler, erbaut und gilt als eines der schönsten Beispiele für spätmittelalterliche Fachwerkarchitektur in England. Das Haus besticht durch seine aufwendigen Holzschnitzereien, reich verzierten Balken und die hervorragend erhaltene Innenausstattung. Seit 1920 gehört Paycocke's House dem National Trust und ist für Besucher geöffnet.
Geschichte und die Familie Paycocke
Die Familie Paycocke war im 15. und 16. Jahrhundert eine der reichsten und einflussreichsten Familien in Coggeshall. Ihr Reichtum gründete auf dem Tuchhandel, der in dieser Zeit in Essex blühte. Coggeshall war ein bedeutendes Zentrum der Textilproduktion, und die Paycockes handelten mit feinen Wollstoffen, die in ganz Europa begehrt waren. Thomas Paycocke ließ das Haus um 1500 errichten, um den Wohlstand und das Ansehen seiner Familie zu demonstrieren. Nach seinem Tod im Jahr 1518 ging das Haus an seinen Sohn John über. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Haus mehrfach den Besitzer und wurde zeitweise als Gasthaus genutzt.
Im frühen 20. Jahrhundert war das Haus stark verfallen. 1904 wurde es von dem Architekten und Denkmalschützer Conrad Noel gekauft, der begann, es zu restaurieren. 1920 erwarb der wohlhabende Kunstsammler und Philanthrop G. F. Buxton das Haus und schenkte es dem National Trust, um es für die Öffentlichkeit zu erhalten.
Architektur und Besonderheiten
Paycocke's House ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einer reich verzierten Fassade. Die Holzschnitzereien an der Außenfassade zeigen kunstvolle Muster, darunter florale Motive, Ranken und heraldische Symbole. Besonders bemerkenswert sind die geschnitzten Balken und die kunstvollen Fensterrahmen, die das handwerkliche Können der Tudor-Zeit widerspiegeln.
Im Inneren beeindruckt das Haus durch seine originalen Holzdecken, geschnitzten Türrahmen und historischen Kamine. Die Räume sind mit Möbeln und Textilien aus dem 16. bis 18. Jahrhundert ausgestattet, die einen Einblick in das Leben einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie der Tudor-Zeit geben. Besonders sehenswert ist die Great Hall, der zentrale Empfangsraum des Hauses, sowie die Privaträume im Obergeschoss.
Ein weiteres Highlight ist der liebevoll gestaltete Garten hinter dem Haus. Der kleine, umfriedete Garten wurde im Stil eines Tudor-Gartens angelegt und bietet eine friedliche Oase mit Blumenbeeten, Kräutern und alten Rosensorten.
Coggeshall und die Tuchindustrie
Coggeshall war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein bedeutendes Zentrum der englischen Tuchindustrie. Die Stadt profitierte von der Nähe zu London und den guten Handelsverbindungen nach Kontinentaleuropa. Die Wollstoffe aus Coggeshall, insbesondere die feinen “Coggeshall Whites”, waren über die Grenzen Englands hinaus bekannt. Die wohlhabenden Tuchhändler prägten das Stadtbild mit ihren prächtigen Häusern, von denen Paycocke's House das schönste erhaltene Beispiel ist.
Neben Paycocke's House gibt es in Coggeshall weitere historische Sehenswürdigkeiten, darunter die Grange Barn, eine der ältesten und größten Scheunen Europas aus dem 12. Jahrhundert, und die St. Peter's Church mit ihrer beeindruckenden mittelalterlichen Architektur.
Besucherinformationen
Paycocke's House liegt in der West Street in Coggeshall, etwa 10 Kilometer nordwestlich von Colchester und 80 Kilometer nordöstlich von London. Das Haus ist von März bis Oktober geöffnet, in der Regel von Dienstag bis Sonntag. Die Öffnungszeiten können variieren, daher empfiehlt es sich, vor dem Besuch die Website des National Trust zu konsultieren.
Der Eintritt kostet für Erwachsene etwa £7,50 (Stand 2024), für Mitglieder des National Trust ist der Eintritt frei. Das Haus ist teilweise barrierefrei, aber aufgrund der historischen Bauweise gibt es einige Stufen und enge Durchgänge.
Coggeshall ist mit dem Auto gut erreichbar, Parkplätze sind in der Nähe vorhanden. Es gibt auch Busverbindungen von Colchester und Braintree. Eine Besichtigung dauert in der Regel 1-2 Stunden. Führungen werden regelmäßig angeboten und vermitteln tiefere Einblicke in die Geschichte des Hauses und der Paycocke-Familie.
Warum einen Besuch wert?
Paycocke's House ist ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel eines Tudor-Kaufmannshauses und bietet einen faszinierenden Einblick in das Leben und den Wohlstand der englischen Mittelschicht im 16. Jahrhundert. Die kunstvolle Holzarchitektur, die liebevolle Restaurierung und die authentische Atmosphäre machen das Haus zu einem Muss für Geschichts- und Architekturliebhaber. In Kombination mit einem Besuch der anderen historischen Stätten in Coggeshall ist ein Ausflug in diese charmante Stadt ein lohnendes Erlebnis.
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Paycocke's House West Street Coggeshall Colchester CO6 1NS Essex England