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Allan Cole

**Allan Cole – zwischen fernen Königreichen und galaktischen Imperien**

Allan Cole führte seine Leser in galaktische Imperien, sagenhafte Königreiche und die Konflikte der jüngeren Geschichte. Der amerikanische Schriftsteller und Drehbuchautor wurde vor allem durch die gemeinsam mit Chris Bunch geschriebenen **Sten-Chroniken** bekannt. Seine Laufbahn reichte jedoch weit über die Science-Fiction hinaus: Sie umfasste Journalismus, Fernsehunterhaltung, Fantasy und historische Romane. Geboren wurde Cole am 19. November 1943 in Philadelphia. Er starb am 29. März 2019 im Alter von 75 Jahren in Boca Raton, Florida.

Schon seine Kindheit war von Ortswechseln geprägt. Als Sohn eines Mitarbeiters des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA wuchs er unter anderem in Europa, im Nahen und im Fernen Osten auf. Bevor er sich als Romanautor etablierte, arbeitete er vierzehn Jahre lang für verschiedene Zeitungen im Raum Los Angeles. Beim *Santa Monica Outlook* übernahm er leitende redaktionelle Aufgaben. Später verarbeitete er Erlebnisse seiner Jugend in dem autobiografisch geprägten Buch *Lucky in Cyprus*.

Ein wichtiger Partner seines schriftstellerischen Lebens war **Chris Bunch**. Gemeinsam verkauften sie mehr als 150 Drehbücher für Film und Fernsehen und arbeiteten an bekannten Serien wie *Magnum*, *Quincy*, *Der unglaubliche Hulk* und *Das A-Team*. Cole gehörte damit zu jenen Autoren, deren Geschichten viele Menschen kannten, ohne unbedingt seinen Namen zu kennen.

Ihr bekanntestes gemeinsames Romanprojekt begann 1982 mit *Sten*, auf Deutsch **Stern der Rebellen**. Die ursprünglich achtbändige Reihe erzählt vom Aufstieg eines Rebellen zum militärischen Helden im Dienst eines galaktischen Imperiums. Sie verbindet Weltraumabenteuer mit Krieg, Machtkämpfen und Verrat. Dabei lohnt eine nüchterne Einordnung: Die *Encyclopedia of Science Fiction* sieht in den frühen Bänden noch ein stärkeres Interesse an gesellschaftlichen Fragen, während später die gewaltsamen Auseinandersetzungen und das Handlungstempo in den Vordergrund treten. Die Sten-Chroniken stehen damit vor allem für actionbetonte Science-Fiction. Jahrzehnte später ergänzte Cole die Reihe allein um zwei weitere Geschichten.

Auch in der Fantasy hinterließ Cole ein umfangreiches Werk. Mit Bunch schrieb er die ersten drei Bände der Reihe **Die fernen Königreiche**; den vierten Band, **Die Rückkehr der Kriegerin**, verfasste er allein. Eigenständig entstand außerdem die **Timura-Trilogie**, die im Deutschen die Titel *Zauber der Lüfte*, *Die Wölfe der Götter* und *Die Götter erwachen* trägt. Diese Bücher zeigen, wie selbstverständlich Cole zwischen futuristischen und fantastischen Welten wechselte.

Sein Interesse galt ebenso realen historischen Konflikten. Zusammen mit Bunch schrieb er *A Reckoning for Kings*, einen Roman über den Vietnamkrieg und die Tet-Offensive von 1968. In *My Hollywood MisAdventures* blickte er dagegen humorvoll auf die gemeinsame Arbeit im Fernsehgeschäft zurück. Zwischen diesen Büchern liegen sehr unterschiedliche Stoffe – verbunden durch einen Autor, der über Jahrzehnte für Zeitungsleser, Fernsehzuschauer und Romanleser schrieb.

Allan Coles literarisches Profil liegt in dieser Vielseitigkeit. Besonders die Sten-Chroniken und seine Fantasy-Reihen stehen für eine Form der Abenteuerliteratur, die von Konflikten, gefährlichen Unternehmungen und fortlaufender Handlung lebt. Wer seinen Namen vor allem mit Sten verbindet, kennt deshalb einen wesentlichen Teil seines Werks – aber längst nicht den ganzen Autor.