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Chris Bunch

Chris Bunch – von Vietnam zu den Sten-Chroniken

Chris Bunch erzählte von Soldaten, Söldnern und Abenteurern, die sich in gefährlichen Welten behaupten müssen. Bekannt wurde der amerikanische Schriftsteller vor allem durch die gemeinsam mit Allan Cole geschriebenen Sten-Chroniken. Doch auch als eigenständiger Autor hinterließ er zahlreiche Science-Fiction- und Fantasyromane. Geboren wurde Christopher Renshaw Bunch am 22. Dezember 1943 in Fresno, Kalifornien. Er starb am 4. Juli 2005 im Alter von 61 Jahren in Ilwaco im US-Bundesstaat Washington.

Bunch kannte den Krieg aus eigener Erfahrung. Im Vietnamkrieg diente er als Patrouillenführer und arbeitete später als Korrespondent für die amerikanische Militärzeitung Stars and Stripes. Nach dem Krieg schrieb er unter anderem für das Musik- und Kulturmagazin Rolling Stone. Der Berufsverband der amerikanischen Science-Fiction- und Fantasyautoren würdigte ihn in seinem Nachruf als Autor und Mitautor von mehr als dreißig Romanen.

Sein militärischer Hintergrund macht eine Spannung in seinem Lebenslauf besonders interessant: Nach seinen Kriegseinsätzen engagierte sich Bunch entschieden in der amerikanischen Antikriegsbewegung. Gleichzeitig wurden militärische Konflikte zu einem zentralen Gegenstand seiner Unterhaltungsliteratur. Beides sollte man zusammendenken, ohne seine Romane deshalb pauschal als Antikriegsliteratur einzuordnen.

Mit Allan Cole verband ihn eine langjährige Zusammenarbeit. Gemeinsam schrieben sie Drehbücher für bekannte Fernsehserien wie Magnum, Quincy, Hunter und Das A-Team. Ihr schriftstellerisches Spektrum umfasste außerdem historische Stoffe und fantastische Abenteuer. Zu den gemeinsamen Romanen gehört A Reckoning for Kings von 1987, der die Tet-Offensive des Vietnamkriegs behandelt.

Den größten Bekanntheitsgrad erreichte das Duo mit den Sten-Chroniken, deren acht ursprüngliche Bände zwischen 1982 und 1993 erschienen. Die Reihe verbindet den Aufstieg ihres Titelhelden mit den Konflikten eines galaktischen Imperiums. Im Deutschen beginnt sie mit Stern der Rebellen und endet mit Tod eines Unsterblichen. Gemeinsam schrieben Bunch und Cole auch die ersten drei Romane der Fantasyreihe Die fernen Königreiche. Mitte der 1990er-Jahre endete ihre Zusammenarbeit; anschließend konzentrierte sich Bunch auf eigene Projekte.

Zu diesen eigenständigen Arbeiten gehört die Dragonmaster-Trilogie. Ihr Held Hal Kailas träumt davon, Drachen zu reiten. Als zwischen rivalisierenden Königreichen Krieg ausbricht, werden die mächtigen Tiere zu fliegenden Waffen. Aus dem persönlichen Traum wird ein gefährlicher Kriegsdienst. Die Verbindung von Drachenfantasy und Luftkrieg gibt der Reihe ihr besonderes Profil: Magische Wesen werden Teil einer organisierten militärischen Auseinandersetzung. Die drei Bände heißen im Original Storm of Wings, Knighthood of the Dragon und The Last Battle.

Auch im Weltraum blieb Bunch den Geschichten kleiner, gefährdeter Gruppen treu. The Last Legion handelt von einer militärischen Einheit am Rand eines zerfallenden interstellaren Imperiums. In Star Risk stehen Söldner im Mittelpunkt, die sich für riskante Aufträge anheuern lassen. Daneben schrieb er unter anderem die Fantasytrilogie The Seer King und die Science-Fiction-Reihe Shadow Warrior. Sein Verlag beschreibt die Laufbahn als Übergang von einer zwanzigjährigen Tätigkeit als Fernsehautor zum hauptberuflichen Romanschriftsteller.

Aus diesen Stoffen ergibt sich ein klares literarisches Profil: Bunch interessierte sich für Menschen unter Druck, für militärische Organisationen und für das Überleben in gewaltsamen Konflikten. Seine Bücher lassen sich vor allem als handlungsorientierte Abenteuerliteratur einordnen. Dabei wechselte er die Schauplätze – vom galaktischen Imperium bis zum Himmel voller Drachen –, während Krieg, Loyalität und die Bewährung seiner Figuren wiederkehrende Themen blieben.

Chris Bunch war damit weit mehr als Allan Coles Schreibpartner. Die Sten-Chroniken begründeten seinen Ruf mit; seine eigenen Reihen zeigen, wie konsequent er danach eine selbstständige schriftstellerische Laufbahn verfolgte.