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Von großen natürlichen Hafen der Royal Navy ist heute nicht mehr viel zu sehen. Man kann einige Schiffswracks, die als U-Boot-Sperren versenkt wurden und Teile der Dämme erkennen. Wenn man aber mit den Menschen spricht, merkt man schon dass die Erinnerung noch da ist. Vor allem an die Versenkung der Ark Royal durch ein deutsches U-Boot ist präsent.
Scapa Flow ist eine natuerliche, weitgehend geschlossene Meeresbucht im suedlichen Teil der Orkneyinseln, gebildet durch die Inseln Mainland, Burray, South Ronaldsay, Flotta und Hoy. Mit einer Flaeche von rund 150 km2 gehoert sie zu den groessten Naturhaefen Europas und erlangte besondere historische Bedeutung in beiden Weltkriegen.
Naturhafen und fruehe Geschichte
Die geschuetzte Lage machte Scapa Flow seit Jahrhunderten zum bevorzugten Ankerplatz. Bereits im 13. Jahrhundert versammelten die Wikinger hier ihre Flotten und gaben der Bucht den Namen Skalpafloi. Auch in der Napoleonischen Aera spielte sie eine Rolle: Die Briten nutzten sie fuer Handelsrouten ins Baltikum, und zum Schutz vor einer moeglichen Invasion wurden 1813-1815 Martello-Tuerme gebaut.
Erster Weltkrieg
Im Ersten Weltkrieg war Scapa Flow der Hauptstuetzpunkt der britischen Grand Fleet. Von hier aus lief die Flotte zur Skagerrakschlacht am 31. Mai 1916 aus. Am 5. Juni 1916 verliess der britische Kriegsminister Lord Kitchener an Bord der HMS Hampshire Scapa Flow – das Schiff lief auf eine Mine und sank binnen 15 Minuten. Ueber 600 Mann ertranken.
Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte 1919
Nach dem Waffenstillstand wurden 74 Schiffe der deutschen Kaiserlichen Hochseeflotte in Scapa Flow interniert. Am 21. Juni 1919 gab Konteradmiral Ludwig von Reuter den Befehl zur Selbstversenkung. Fast alle Schiffe sanken. Ein Grossteil wurde zwischen 1921 und 1939 gehoben – sieben Schiffe, darunter Kronprinz Wilhelm, Markgraf und Koenig, liegen noch heute auf dem Meeresgrund und sind ein beliebtes Tauchergebiet.
Zweiter Weltkrieg
Im Oktober 1939 gelang es dem deutschen U-Boot U 47 unter Kapitaenleutnant Guenther Prien, in die Bucht einzudringen und das britische Schlachtschiff Royal Oak mit 833 Mann zu versenken. Danach wurden alle oestlichen Zugaenge durch die Churchill Barriers dauerhaft gesperrt – gebaut von italienischen Kriegsgefangenen, die auch die Italian Chapel errichteten.
Heute
Das Scapa Flow Visitor Centre in Lyness auf Hoy dokumentiert die Geschichte der Marinebasis mit Fotos, Modellen und historischen Artefakten. Die Wracks der deutschen Kriegsschiffe sind heute ein weltbekanntes Taucherparadies.